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Was ist transpersonale Psychotherapie?

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Was ist Transpersonale Psychotherapie?


Teil 3: Transpersonale Verhaltenstherapie


Transpersonale Verhaltenstherapie ist die Kombination von Transpersonaler Psychologie und Verhaltenstherapie. Transpersonales Denken lässt sich in verhaltenstherapeutische Methodiken problemlos einbinden, weil Verhaltenstherapie ein weltanschaulich offenes, integratives Verfahren darstellt.


Merkmale heutiger Verhaltenstherapie

  • Die Genese der Störung in der Vergangenheit wird gesehen, die Lösung aber im Hier und Jetzt gesucht (Prinzip: Wir leben jetzt, Probleme aktualisieren sich ebenfalls jetzt und können da wirklich bearbeitet werden!).
  • Die Therapie ist nur der Ort, wo die Lernschritte vorbereitet werden. Eigentliches Lernen erfolgt in der Umsetzung in den Alltag.
  • Heutige Verhaltenstherapie heißt Lernen auf allen Ebenen:
    • Verhaltensmuster (klassische und operante Konditionierungen umkonditionieren)
    • Denkmuster (Kognitionen beachten und aufspüren, überzeugende neue Kognitionen finden und anwenden)
    • Unbewusste, gefühlsnahe Muster (neue Imaginationen, Selbst-Symboliken durch z. B. hypnotherapeutische Verfahren)
  • Die Beziehung zwischen Therapeut(in) und Klient(in) ist einerseits partnerschaftlich (keine Mystifizierung des Therapeuten und regressive Platzierung des "Patienten" wie in der Psychoanalyse); andererseits direktiver als in der Tiefenpsychologie (Interaktionstyp [nicht Inhalt!] = "Beratung"). Auf das Beziehungsgeschehen wird zwar nicht systematisch reflektiert (wie in der Tiefenpsychologie), eine vertrauensvolle Beziehung ist aber äußerst relevant.
  • Die Therapie sucht nach Lösungsstrategien, nicht nach Hintergründen und letzten Wahrheiten. Deshalb ist alles erlaubt, was den Klienten auf eine Lösung zuführt (also: Training in vivo; Übung in der Vorstellung, in der (Halb-)Trance; kognitive Bearbeitung durch Identifikation, Schematisierung, Infragestellung alter und Findung neuer Einstellungsmuster; diskursive Beratung und Instruktion; Arbeit an der Sicht auf die eigene Biographie mittels Gespräch, gestalterischen Medien etc.)
  • Gute Verhaltenstherapie versucht von Anfang an, den ganzen Menschen in den Blick zu nehmen und im Blick zu behalten, wie es sich bereits im klassischen Befundungsschema BASIC-ID von Arnold Lazarus ausdrückt:
    Behavior (Wie verhalte ich mich, was tue ich?)
    Affect (Was empfinde ich?)
    Sensation (Was spüre ich durch meine Sinne? Wie geht es meinem Körper?)
    Imagination (Was für Bilder trage ich in mir und erschaffe ich?)
    Cognition (Was und wie denke ich?)
    Interaction (Wie ist mein Verhältnis zu anderen?)
    Drugs (Welchen Substanzen erlaube ich, mich zu verändern?)


Vorgehen bei einer transpersonalen Verhaltenstherapie


Das Vorgehen bei der von mir praktizierten Form transpersonaler Therapie entspricht dem Vorgehen bei anderen methodenintegrierenden kognitiv-behavioralen (Verhaltens-)Therapien. Der Unterschied besteht im expliziten Einbezug von Transzendenz (als dem, was der Klient oder die Klientin darunter versteht: also Gott, Buddhanatur, Brahman etc.). Dieser Einbezug kann auf verschiedene Weise erfolgen, je nach den persönlichen Zielen in der Therapie, nach den überwiegenden Problemschwerpunkten und ja nach der Ausrichtung der eigenen Spiritualität des Klienten / der Klientin. Der wesentliche Unterschied zwischen transpersonaler und nicht-transpersonaler Verhaltenstherapie drückt sich für mich in den folgenden Prinzipien aus:


Prinzipien transpersonaler Therapie

  1. Transzendenz - nach dem jeweiligen Verständnis von Klient(in) und Therapeut(in) - hat einen Raum als Gegenstand und Begriff in der Therapie. Es gilt das Transzendenzaxiom: Klient(in) und Therapeut(in) sind sich einig in der prinzipiellen Vorentscheidung, dass eine transzendente Dimension existiert und lebensweltliche Relevanz entfaltet. Diese gemeinsame Vorentscheidung sollte zu Therapiebeginn ausgesprochen und die Art der Spiritualität des Klienten / der Klientin geklärt worden sein.
  2. Transzendenz hat auch einen Raum, in der sie selbst wirken darf (in der Geisteshaltung des/der Therapeut/in, im gemeinsamen Innehalten, der Meditation etc.).
  3. Der Psychotherapeut (die Psychotherapeutin) verlässt seine (ihre) übliche Rolle nicht: Ein spirituell orientierter Psychotherapeut ist kein spiritueller Lehrer. Wenn passend, sollte er zwar offen sein, seine eigene Spiritualität einzubringen, prinzipiell respektiert er jedoch die religiöse oder spirituelle Ausrichtung der Klientin/ des Klienten. Zugleich liegt seine/ihre Aufgabe auch in der Förderung der spirituellen Seite der Klientin. Deshalb passt zu ihm/ihr am besten das Bild des Psychopompos, des Seelenführers, der selbst nur so viel weiß wie nötig, um den Weg des oder der Anderen ein Stück weiter zu weisen, zu korrigieren oder zu begleiten.